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Zuses Werk weiterdenken
„Zuses Werk weiterdenken“ – dies ist der Leitsatz für die Forscherinnen und Forscher, die am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) tätig sind. Dabei wird dem Weiterdenken breiter Raum eingeräumt: nicht enges Verfolgen der tradierten gedanklichen Linien, sondern Nachfolge im Werk, Übernahme der geistigen Haltung, des Musters, welches Konrad Zuses Arbeit zugrunde lag. In diesem Sinne verstehen wir am Konrad-Zuse-Zentrum Nachfolge als Hineinnehmen der inneren Gestalt Zuse in unser Werk.
Pioniere wie Zuse stoßen ein Tor auf, von dem aus zahlreiche Wege weiterführen – es ist gerade diese Eigenart ihres Werkes, die ihnen historische Bedeutung zukommen lässt. In diesem Zusammenhang ist es auch Mathematikern möglich, Zuse nachzufolgen, der ja selbst stolz war, Ingenieur zu sein. Die Mathematik ist im Werk des Ingenieurs Zuses tief verankert. Man denke nur an seine berühmte Tagebuchnotiz vom 20.6.1937:
„Die Elementaroption heißt: Vergleich zweier Sekundalziffern auf Gleichheit.
Resultat ist zweifach variabel, also ebenfalls eine Sekundalziffer.“
An diesem Satz würden wir heute lediglich den Ausdruck „Sekundalziffer“ ersetzen durch den Ausdruck „Binärziffer“. Ansonsten steht er wie damals, ein Satz von eherner Größe, ein zutiefst mathematischer Satz des Ingenieurs Konrad Zuse. Dieser Satz eröffnet simultan die Möglichkeiten zu automatisierter numerischer wie symbolischer Rechnung. An ihm lässt sich in nuce erkennen, in welch souveräner Weise Pioniere die engen akademischen Fächergrenzen sprengen und dadurch neue Bereiche öffnen.
Konrad Zuse war zeitlebens ein Verfechter der Interdisziplinarität, wie wir sie am ZIB pflegen.
Er brachte die Mathematik, die manchmal versucht ist, an sich unwichtige Fragen mit höchster technischer Brillanz und Akribie zu klären, und die Ingenieurwissenschaften, die dazu tendieren, rasche Lösungen von Tagesproblemen ohne die notwendige wissenschaftliche Fundierung anzustreben, zusammen. Er ist der Initiator des neuen Dialogs zwischen Mathematikern und Ingenieuren, aus dem echte Innovationen entstehen können.
Zuse entwickelte zuerst den Computer, das mechanische Hirn, dann wandte er sich den Programmiersprachen zu. Mit dieser Innovation wandelt sich schließlich auch die Mathematik der Lösungsmethoden. Zuerst in den angelsächsischen Ländern, später auch in Deutschland – der mathematische Gehalt wird nun an praktischer Relevanz gemessen. Es entsteht eine nie gekannte Dynamik: Anwendungsprobleme motivieren die Konstruktion neuer Rechner, neue Rechner erschließen neue Anwendungsprobleme und verändern die mathematischen Lösungsmethoden.
Immer komplexere Anwendungsprobleme generieren immer bessere Lösungsmethoden.
Konrad Zuse hat mit seinem Werk einen Stein ins Wasser geworfen, der auch heute noch Wellen wirft. Am ZIB arbeiten exzellente Teams von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Fachrichtungen an anwendungsorientierten Fragestellungen aus Mathematik und Informatik. Sie lösen gemeinsam Probleme und schaffen Neues – ganz im Sinne von Konrad Zuse
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