Die Digitale Langzeitarchivierung im Sinne der Sicherstellung einer langfristigen Verfügbarkeit von Forschungsdaten und digitalem Kulturerbe bleibt auf absehbare Zeit Gegenstand der Forschung. Die Arbeitsgruppe „Digital Preservation“ erforscht die grundlegenden Fragestellungen und entwickelt und betreibt ein digitales Langzeitarchivierungssystem, um nicht nur einen dauerhaften Zugriff sondern insbesondere die fortwährende Lesbarkeit von Forschungsergebnissen und Digitalia aus Kulturerbeinstitutionen gewährleisten zu können.

Damit die Aufgaben des Archivs auch bei heterogenen Datenquellen handhabbar bleiben, liegt den Workflows zur Übernahme von Daten eine konzeptionelle Trennung zwischen dem eigentlichen Forschungsprozess und der nachgelagerten Langzeitarchivierung zu Grunde. Während die Forscher und Datenkuratoren in Gedächtnisinstitutionen für die Beschreibung und Kuratierung der digitalen Daten im Entstehungsprozess zuständig sind, fällt die Aufgabe der langfristigen Bewahrung und Sicherstellung der Interpretierbarkeit in die Verantwortung des Langzeitarchivs. Wichtig ist die Bereitstellung von aussagekräftigen  inhaltlichen, technischen und administrativen Metadaten, damit zukünftige Nutzer es einfacher haben oder überhaupt erst in die Lage versetzt werden zu verstehen, womit sie es bei den archivierten Inhalten zu tun haben. Der ins Archiv übertragen Datenstrom wird hinsichtlich Integrität und Authentizität untersucht, die Dateiformate werden geprüft, um entscheiden zu können, ob gegebenenfalls eine Konvertierung in ein aktuelles Dateiformat sinnvoll und möglich ist. Das Digitale Langzeitarchiv unter dem Namen EWIG ist als ein modulares System aus freier und Open-Source-Software konzipiert, das Flexibilität beim Einsatz der einzelnen Komponenten mit weitreichenden Entwicklungs- und Steuerungsmöglichkeiten verbindet.

Zur Lösung der Forschungs- und Entwicklungsaufgaben bestehen Kooperation mit externen Partnern wie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften – innerhalb des ZIB erfolgt eine enge Zusammenarbeit  zwischen dem Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) und der Servicestelle Digitalisierung des Landes Berlin (digiS). Die technische Infrastruktur für Bitstream-Speicherung wird innerhalb des ZIB in der „Core Facility IT and Data Services“ bereitgestellt.