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KONRAD-ZUSE-ZENTRUM
FÜR INFORMATIONSTECHNIK
BERLIN

Anlage 2 - Katalog von Verhaltensweisen, die als Fehlverhalten anzusehen sind *

I. Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn in einem wissenschaftserheblichen Zusammenhang bewußt oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges Eigentum anderer verletzt oder sonstwie deren Forschungstätigkeit beeinträchtigt wird.

Als Fehlverhalten kommt insbesondere in Betracht:

Falschangaben


  1. das Erfinden von Daten;
  2. das Verfälschen von Daten, z.B.
    1. durch Auswählen und Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse, ohne dies offenzulegen,
    2. durch Manipulation einer Darstellung oder Abbildung;
  3. unrichtige Angaben in einem Bewerbungsschreiben oder einem Förderantrag (einschließlich Falschangaben zum Publikationsorgan und zu in Druck befindlichen Veröffentlichungen);

Verletzung geistigen Eigentums


  1. in Bezug auf ein von einem anderen geschaffenes urheberrechtlich geschütztes Werk oder von anderen stammende wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse, Hypothesen, Lehren oder Forschungsansätze
    1. die unbefugte Verwertung unter Anmaßung der Autorschaft (Plagiat),
    2. die Ausbeutung von Forschungsansätzen und Ideen, insbesondere als Gutachter (Ideendiebstahl),
    3. die Anmaßung oder unbegründete Annahme wissenschaftlicher Autor- oder Mitautorschaft,
    4. die Verfälschung des Inhalts oder
    5. die unbefugte Veröffentlichung und das unbefugte Zugänglichmachen gegenüber Dritten, solange das Werk, die Erkenntnis, die Hypothese, die Lehre oder der Forschungsansatz noch nicht veröffentlicht ist;
  2. die Inanspruchnahme der (Mit-)Autorschaft eines anderen ohne dessen Einverständnis;

Beeinträchtigung der Forschungstätigkeit anderer


  1. die Sabotage von Forschungstätigkeit (einschließlich dem Beschädigen, Zerstören oder Manipulieren von Versuchsanordnungen, Geräten, Unterlagen, Hardware, Software, Chemikalien oder sonstiger Sachen, die ein anderer zur Durchführung eines Experiments benötigt).

Mitverantwortung
II. Eine Mitverantwortung kann sich unter anderem ergeben aus


  1. aktiver Beteiligung am Fehlverhalten anderer;
  2. Mitwissen um Fälschungen durch andere;
  3. Mitautorschaft an fälschungsbehafteten Veröffentlichungen;
  4. grober Vernachlässigung der Aufsichtspflicht.

Letztentscheidend sind jeweils die Umstände des Einzelfalles.



* Auszug aus der "Verfahrensordnung zum Verfahren bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten" - beschlossen vom Senat der Max-Planck-Gesellschaft am 14. November 1997 -